Rückblicke – Ausblicke

Zahlen, Daten, Fakten.. oder doch nicht? (Bericht im BZW zum Jahreswechsel 2025/2026)

Zu jedem Jahreswechsel gehört in der Bücherei auch die Erstellung der Statistik. Nicht gewollt, sondern gesetzlich vorgeschrieben. Ich gestehe, ein Thema, das mir schon in der Berufsschule keine Freude bereitet hat. Dieses Erheben und Vergleichen von Daten ist einfach nicht meins. Zumindest nicht, wenn es um die „harten“ Daten und Fakten geht.

Darum habe ich meine eigene kleine Statistik erstellt. Diese ist nicht (oder kaum) gefüllt mit konventionellen Daten und Fakten, sondern mit Momenten. Momenten aus der Bücherei, mit den Leserinnen und Lesern und mit dem Team.

Meine ganz persönliche Statistik umfasst die verschiedensten Werte: das Leuchten in den Kinderaugen, wenn in Bilderbüchern geblättert wird oder Kinderlachen, das durch den Raum der Bücherei hallt. Die suchenden Momente, wenn es ein ganz bestimmtes Buch sein soll, welches aber auf Anhieb nicht gefunden wird und dann die Freude, wenn man mit diesem Buch (oder zumindest einer Alternative und noch mindestens einer Empfehlung mehr) die Bücherei verlässt. Ich halte für mich fest, wie oft man schon Stimmgewirr hört, bevor überhaupt jemand durch die Tür kommt. Ich erfasse die gefüllten Taschen, Rucksäcke und vollen Arme, wenn jemand die Bücherei verlässt.

Ein für mich besonders schöner Teil der Statistik: die Momente mit dem Team der Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtlern. Nicht nur während der Öffnungszeiten, sondern auch im Hintergrund. Sie sind vor den Öffnungszeiten da, verräumen und binden/reparieren Bücher, stehen parat für Lesungen/Veranstaltungen (entweder als Helfer oder um selbst vorzulesen) und geben Lesetipps für Bücher, die ich auch noch nicht kenne. Während der Sommerferien wurde groß auf- und umgeräumt, danach ging es im Herbst abends gemeinsam essen. Zusätzlich sind wir mit einem großen gemeinsamen Frühstück in den Januar gestartet.

Zu meiner Statistik gehören aber auch die leisen, stillen Momente, wenn ein Buch, was eigentlich schon längt überfällig war, den Weg zurück zu uns findet. (Das ist übrigens kein Problem, wir freuen uns über jedes Buch, dass den Weg zurückfindet, egal wie lange es wohlbehalten bei jemanden zuhause geschlummert hat.)

Meine Statistik zeigt durchweg Topwerte, glückliche Gesichter und viele gelesene Geschichten. Die „harte“ Statistik wartet übrigens noch auf mich und will ausgefüllt werden. Derzeit will ich auf einen kurzen Rückblick und eine Vorausschau nicht verzichten:

Ich freue mich sehr, dass wir im November eine großzügige Spende über 300 € von dem Rotary-Club Neuwied-Andernach erhalten haben. Meinen Dank dafür und natürlich auch für all die anderen Spenderinnen und Spendern, die über das Jahr verteilt unser Schweinchen immer fleißig füllen. Dieses Geld wird nun „umgesetzt“ in neuen Lesestoff und vor allem gezielte Lesewünsche.

Nach der Lesung ist vor der Lesung: Nach Norman Ohler mit „Der Zauberberg, die ganze Geschichte“ besuchte uns nun Ende Januar Andy Neumann mit dem Buch „Was ist was Polizei“. Bei dieser Lesung dienten wir als Veranstaltungsort, durchgeführt wurde die Lesung vom Lions Club Remagen-Unkel (Mittelrhein) mit Unterstützung am Kuchenbuffet des Fördervereins der Marienschule Bad Hönningen. Alle Einnahmen (Eintritt und Spenden) gehen zu 100% an das Zirkusprojekt der Marienschule und ich freue mich sehr, dass wir dort unterstützen können. Die Lesung war eine rundum gelungene Veranstaltung vor vollem Haus. Viele Fragen rund um das Thema Polizei konnten geklärt werden und auch die Erwachsenen haben noch so einiges gelernt.

Aber auch die Allerkleinsten kamen nicht zu kurz, so fand Ende November in Zusammenarbeit mit der KitaNetzwerkerin Frau Diehl ein Bilderbuchkino „Rille und die Geduld“ statt. Rund 70 neugierige Besucher der verschiedensten Kitas haben Platz genommen und sich die spannende Geschichte angehört.

Fast schon nebenbei finden Aktionen wie die „Bilderbuchrally“ oder die „Büchereipiraten“ für Kita- und Grundschulkinder statt, welche dieses Jahr auch gut genutzt und angefragt werden. Im Januar besuchte uns eine 3. Klasse der Marienschule, im April steht eine Aktion mit den Maxis einer Kita an und ebenso laufen schon die Absprachen mit weiteren umliegenden Schulen. Falls auch Sie Interesse haben an einer Veranstaltung rund um die Bücherei: gerne zu den Öffnungszeiten anrufen oder vorbeikommen.

Und natürlich nimmt die Bücherei auch dieses Jahr wieder an den Westerwälder Literaturtagen teil. Angesetzt ist hier ein Termin im Mai, dazu bitte die Aushänge und/oder Internetseiten im Auge behalten.

Sie merken, ich bekomme viele Möglichkeiten meine Statistik mit neuen Momenten zu füllen. Und wer sich für die Daten und Fakten interessiert: Seit Juli 2025 haben über 130 neue Medien (Bücher, Tonies, Spiele) den Weg in die Bücherei gefunden, mehr als 5 Meter Folie wurden beim einbinden verbraucht und im Durchschnitt gab es pro Monat mehr als 1000 Medienbewegungen.

Und nun eine kleine Möglichkeit für Sie, ihre Lesestatistik mit Krimis, Wissen oder Romanen zu füllen (Meine aktuelle Leseempfehlung):

  • Glücksorte in Koblenz „Fahr hin und werd glücklich“ von Manuela Hambuch: Hier muss ich der Autorin zustimmen, hier findet jede/r seinen kleinen Glücksort. Sei es eine Empfehlung für eine kurze Auszeit, die Seele baumeln zu lassen oder etwas mit Spiel, Spaß und Action. Wer Anregungen für einen Ausflug braucht, wird hier fündig.
  • Das kleine Buch vom Meer „Mord an Bord“ von Stefan Kruecken: Wahre Krimis vom Meer, spannende Kurzgeschichten, die einen immer wieder gepackt bekommen. Von Norderney über den Indischen Ozean , von der Straße Malakka bis zum Ärmelkanal ist nicht nur das Meer gefährlich.
  • Die geheime Sehnsucht der Bücher von Nina George: der zweite Teil rund um das Bücherschiff Lulu und Monsieur Perdu. Die deutsche Autorin schafft es immer, die Leser/innen zu verzaubern und mit auf eine Reise zu nehmen. Und keine Sorge, den ersten Teil „Das Bücherschiff des Monsieur Perdu“ haben wir natürlich auch.